Trinergy und Drama in der Geschwisterbeziehung |
Drama statt Nähe. Oft fühlen sich die Jüngsten dazu berufen, die größten Aufgaben zu erfüllen und haben auch die größten Konflikte mit den Eltern. Sie fordern die Eltern zum Drama auf, weil sie sich Nähe wünschen - besser dieser Kontakt als gar keiner, besser Schmerz spüren als gar nichts. Doch erst, wenn das Drama aufhört, wird Intimität und wirkliche Nähe möglich. Woher kommen eigentlich Ärger und Wut? Man könnte sie als Liebe zu den Geschwistern verstehen: um die älteren zu schonen, nehmen die jüngsten oft zu wenig von den Eltern. Diese Dynamik ist manchmal bei Familien mit drei und mehr Kindern zu beobachten; da will die Seele des Jüngsten ausgleichen, wählt den Ärger und verweigert Liebe – aus Liebe. Für die kindliche Liebe ist offenbar keine Aufgabe zu groß, und das Kinderherz versucht, allem gerecht zu werden, weil es vermutet, dass alles aus Liebe geschieht.
Besser als allein. Geschwister sind nicht nur Rivalen, sie sind einander auch Bezugspersonen, manchmal sogar Rettungsanker. Geschwister erleichtern dazu das Loslösen von den Eltern, lehren Rücksichtnahme und Miteinander, Selbstverteidigung und Durchsetzungskraft; bis zu einem gewissen Punkt erziehen sich Geschwister sogar gegenseitig. Was aus Brüderchen und Schwesterchen am Ende wird, steht in den Sternen, doch wenn die Liebe zwischen Geschwistern gelingt, dann ist das eine tiefe Verbindung - über sehr lange Zeit. Und wieder können die Eltern die Basis schaffen, für Ordnung sorgen und jedes Kind an den Platz stellen, der ihm innerhalb des Familien-Systems zusteht. Wie funktioniert das?
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