Trinergetische Kommunikation mit Teenagern |
Aus den Augen, aus dem Sinn? Bei unseren Tipps für Alleinerzieher im Kapitel 3 haben wir schon angerissen, welche Folgen es haben kann, wenn ein Elternteil den anderen aus seinem Leben und dem seines Kindes verbannt. Zahlreiche Fallbeispiele zeigen, welche Entwicklung Familie nimmt, wenn über den abwesenden Elternteil schlecht oder gar nicht gesprochen wird – so als gäbe es ihn nicht mehr. Das Kleinkind verbündet sich augenscheinlich mit dem einen Elternteil gegen den anderen, vorerst erkennt man keine negativen Auswirkungen. Doch das ist nur die Oberfläche, im Untergrund wirkt: das Kind ahmt den ausgeschlossenen Elternteil nach, es kann sich der Macht der Bindung und dem Wunsch nach Loyalität nicht entziehen. Das Kind will beiden Eltern treu sein und scheitert bei diesem Spagat.
Ausschluss hat Folgen. Und das zeigt sich oft erst in der Pubertät. Heranwachsende schlagen sich dann oft bewusst oder unbewusst auf die Seite des Ausgeschlossenen. Söhne und Töchter übernehmen Muster des ausgeschlossenen Elternteils, zu dem eine heimliche Verbundenheit besteht. Sie sagen zwar: „Ich will niemals so werden wie Du!“ Aber gleichzeitig ahmen sie ihn heimlich nach, und oft ergeht es ihnen so, wie es dem Ausgeschlossenen ergangen ist. Das führt zu Konflikten, die weit über die „normalen“ Teenager-Eltern-Themen hinausgehen. Der Jugendliche ist verstrickt, er ist ein Gefangener seiner Familie, er wird älter, leidet weiter und wird genauso wie der fehlende Vater oder die fehlende Mutter – zum größten Leid des anderen Elternteils, der genau das verhindern wollte. Und häufig sind es Sucht-Themen, die ihnen das Leben erschweren.
