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Horrorgeschichten bringen’s nicht! In vielen Fällen erzählen Eltern ihren Kindern mit erhobenem Zeigefinger Horrorgeschichten. Die haben eine ähnliche Struktur wie Abenteuer-Geschichten, enden allerdings meist damit, dass das Kind als Opfer dasteht. Und das halten die Eltern dem Kind auch noch vor: „Und wenn Du weiterhin nichts lernst, dann wirst Du die Schule nicht schaffen und dann später als Arbeitsloser enden, als gescheiterte Existenz!“ Wenn Eltern oft genug Horrorgeschichten erzählt haben, dann wird sich das Kind schon als Opfer fühlen, bevor überhaupt etwas geschehen ist. Und das Kind wird auf das reagieren, was von den Eltern oft genug in Aussicht gestellt wurde; es wird sich vorbeugend retten und nach außen hin als Täter auftreten. Das wäre ein mögliches Erklärungsmodell für das Phänomen des Vandalismus bei Jugendlichen: Vandalismus als Rache für die Horrorgeschichten der Eltern.
Agression als Antwort. Aktuelle Studien belegen: Eingebildete Ereignisse rufen genauso starke Stressreaktionen hervor, wie Ereignisse, die tatsächlich geschehen sind. Oder Stichwort Mediendepression: Wenn ein Mensch häufig fernsieht - vor allem Nachrichten mit Schreckensmeldungen, dann verschlechtert sich seine Gemütslage, er reagiert häufig depressiv; das führt zu einer allgemeinen Stimmungsverschlechterung. Genauso drücken die Moralpredigten und Schauermärchen der Eltern die Stimmung der Kinder. Wenn Eltern oft genug Vorhaltungen machen, bleibt den Kindern nichts anderes übrig, als sich zu retten und zu rächen. Die Opfer der Eltern rotten sich in Gruppen zusammen; sie retten sich durch die Gruppenbildung und nehmen dann Rache für etwas, was noch gar nicht geschehen ist, aber oft genug vorgehalten wurde und oft genug schlechte Stimmung verbreitet hat. Die Eltern reagieren dann auf den Racheakt wieder mit Horrorgeschichten und Vorhaltungen, drängen damit das Kind noch weiter weg von sich und weiter hin zur Gruppe.
