Mit NLP in Würde sterben |
Die Seelen kommen und gehen. Bei vielen Naturvölkern existiert der Glaube: Kinder sind ehemalige Stammesangehörige, die sich den Weg zurück ins Leben gesucht haben; die fruchtbare Frau ist dann der Weg des Kindes zurück in den Stamm. Wenn das Kind früh stirbt, oder die Schwangerschaft zu früh zu einem Ende kommt, kann das als Umkehren der Seele verstanden werden. Bei einem Indianerstamm gibt es ein Ritual dazu: wenn das Kind im 1. Lebensjahr stirbt, dann trägt die Mutter statt des Kindes eine Feder bei sich – ein ganzes Jahr lang. Wenn sie innerhalb dieses einen Jahres erneut schwanger wird, glauben sie, dass die Seele erneut auf die Erde kommt. Kommt die Seele nicht zurück, wird nach einem Jahr die Feder bestattet, an der gleichen Stelle, wo der Körper des Kindes bestattet wurde.
Schmerz und Trauer dürfen auch sein. Sie gehören zu einem Menschenleben wie die Liebe und die Freude. Kein Mensch kann sich immer und überall freuen, ein Mensch will auch traurig sein dürfen. Doch nicht alle leisten sich diesen Luxus in unserer Fun-Gesellschaft, und nicht selten kann man gerade hinter der Fassade der Freude Traurigkeit und Leere erahnen. Dabei erhält ein Menschenleben gerade dadurch Tiefe, dass man sich der Trauer hingeben kann oder der Angst oder dem Schmerz. Tiefe bedeutet, alles zu umarmen, worum es im Leben geht, und da gehört die Trauer ebenso dazu wie die Liebe. Die Trauer zu überspringen wäre also der falsche Weg, bei der Trauer hängen zu bleiben ebenso. Ich muss sie wohl aushalten und darauf bauen, dass sie sich wandeln wird. Der Weg, der Frieden und Freude bringt, beginnt bei der Trauer, die wir empfinden, wenn ein geliebter Mensch stirbt, doch er endet immer bei der Liebe. Dazu C.G. Jung: Auch das glücklichste Leben ist nicht ohne ein gewisses Maß an Dunkelheit denkbar, und das Wort Glück würde seine Bedeutung verlieren, hätte es nicht seinen Widerpart in der Traurigkeit.
