Das Kapitel Sex in Paartherapie und Coaching |
Reden wir drüber! Auch hier hilft in jedem Fall ein Vergleich der Partner-Landkarten. Wir können nicht wissen, wie der Partner den Sex erlebt, welche Bedürfnisse und Empfindungen er hat, ohne darüber zu sprechen. Wir müssen kommunizieren, auch darüber, gerade darüber. Und die Struktur von Kommunikation, die das Gute in einer Beziehung besser macht, kennen wir bereits aus Kapitel 4: die Voll-Botschaft. Es macht so viel mehr Sinn, Voll-Botschaften auszutauschen anstatt zu schweigen und zu bewerten. Und je mehr zwei Menschen von einander wissen, desto leichter wird es ihnen fallen, einander zu erfreuen und dazu gehört auch, ein erfülltes Sexualleben, das den Bedürfnissen beider entspricht. Die Voll-Botschaft bietet die Chance, die eigenen Gefühle, Wahrnehmungen und Werte offen zu legen. Die Voll-Botschaft inspiriert den Partner, es Ihnen gleich zu tun, was zur Folge hat, dass die Qualität Ihrer Partnerschaft wächst – rasant und nachhaltig.
45 Minuten. Und wenn er wirklich nicht über Sex reden will? Wenn reden nicht funktioniert, dann schweigen Sie! Miteinander schweigen lässt Raum und schafft Intimität. Eine ¾ Stunde pro Woche miteinander schweigen – diese Maßnahme kann Ehen retten. Paare können diese Auszeit fix einplanen und ritualisieren. Eine Woche besteht aus 168 Stunden, und von all diesen Stunden zwacken sich Mann und Frau eine ¾ Stunde ab, in der nichts läuft außer Zweisamkeit und Stille. Eine intakte Beziehung scheint ein gewisses Maß an unabgelenkter und ungestörter Zeit zu brauchen, und das hat in unserer Kultur Seltenheitswert. Es fängt damit an, dass ein Kind sitzt und schaut, dann kommen die Eltern und stören es mit der Frage: „Na, ist dir fad?“ Damit bekommt dieses Nichtstun einen Stempel: Nichtstun, Faulenzen, Langeweile – schlecht, schlecht, schlecht. Und so lernen wir von klein auf, unsere Zeit zu strukturieren, und am leichtesten geht das mit Fernsehen; da ist das Programm vorgegeben, und währenddessen versäumen wir das Beste.
