Coaching führt durch Trauer zur Spiritualität |
Es geht nicht nur darum, dass wir für uns ein Problem lösen. Es geht um weit mehr, es geht um die Idee der allumfassenden Liebe, der Liebe im Sinne Spinozas: Liebe als Lust mit der Idee einer äußeren Ursache. Wenn ich wirklich daran glauben kann, dass jemand anderer äußere Ursache für meine Freude ist und ich das auch für jemanden anderen bin, dann kann ich die Trauer leichter gehen lassen. Dieser Beziehungs-Aspekt muss existieren; selbst wenn ein Bedürfnis, das durch den Tod des geliebten Menschen eine zeitlang unerfüllt war, nun anders erfüllt wird, muss ich sicherstellen, dass es sich dabei nicht um selbst gemachte Freude handelt, sondern um von anderen für mich gemachte Freude. Ich verdanke Dir meine Freude und Du verdankst mir Deine: in dieser liebevollen Verbindung verursacht der andere meine Freude, genauso wie ich seine Freude verursache – vor allem beim Kind.
Denkt man diesen Gedanken weiter, hieße das: Wenn ein Kind stirbt und früher als üblich heimgeht, dann braucht es seine Eltern als äußere Ursache für seine Freude nicht mehr. Wenn Eltern daran glauben, für keinen anderen mehr äußere Ursache für Freude sein zu können, dann wird die Trauer übermächtig sein. Genauso wenn sie daran glauben, dass außer ihnen kein anderer für ihr Kind äußere Ursache für Freude sein kann. Wie die Eltern dann mit der Trauer umgehen, hängt mit ihrem Weltbild zusammen, mit ihrem Glauben. Wenn sie ihre Spiritualität entwickelt haben und an das Göttliche glauben, dann könnten sie darin eine äußere Ursache finden: das Kind erfreut sich an Gott, und Gott erfreut sich am Kind...
