Nichts beeinflußt unsere Lebensqualität sosehr, wie die Qualität unserer Kommunikation!
Wir kommunizieren 24 Stunden am Tag. Teils bewußt, teils unbewußt. Wir schwimmen in einem Ozean der Kommunikation. Wie ein Fisch das Wasser zum Leben braucht, leben wir in permanenter Kommunikation mit anderen oder uns selbst. Paul Watzlawick sagt, wir können nicht nicht kommunizieren. Auch wenn ich jetzt plötzlich eine Minute schweigen würde, hätte für sie und für mich dieses Schweigen eine bestimmte Bedeutung und Aussagekraft. Sie könnten denken, ich habe den Faden verloren, sei aus dem Konzept, oder ich will sie durch mein Schweigen zum Nachdenken anregen. Und sie werden auf dieses Schweigen mit Unsicherheit, einer Frage an mich oder sonstwie reagieren. Sogar wenn wir schlafen, kommunizieren wir. Sogar noch intensiver als im Wachen. Unser Unbewußtes kommuniziert mit unserem Bewußtsein und wir nennen das Träumen.
Kommunikation ist Leben. Selbst unser Immunsystem ist ein Kommunikationsystem, das ausgeklügeltste auf diesem Planeten. Und die gefährlichste Krankheit unserer Zeit, AIDS, ist deshalb so schwer zu bekämpfen, weil der AIDS-Virus in unserem Immunsystem die Information verfälscht, er täuscht unser lebenserhaltendes inneres Kommunikationssystem.
Für sie als Manager ist Kommunikation Werkzeug und Nahrung zugleich. Aber was macht einen exzellenten Kommunikator aus, was befindet sich in seiner “Trickkiste”, womit “verzaubert” er die Menschen um sich? Was kann Körpersprache beitragen? Was die verbale Sprache? Wie läßt sich in Begegnungen wirklich etwas verändern?
Stellen wir uns diesen Fragen und verbessern wir unsere Lebensqualität!
Die wirklich wichtigen Dinge im Leben
Ein erfolgreicher Bogenschütze, den ich bei seinem Tun beobachtete, erklärte mir, was er tut, um fast immer ins Schwarze zu treffen. Er sprach sehr ruhig und konzentriert, jedes Wort wohl gesetzt: “Wenn ich Pfeil und Bogen in die Hände nehme und meinen Blick auf die Zielscheibe richte, werde ich mit Körper und Geist zum Bogen. Ich berühre mit meiner Sehne den Schafft des Pfeiles, gebe ihm geraden sicheren Halt. Der Pfeil spürte bereits die immense noch zurückgehaltene Kraft. Langsam und konzentriert richte ich mich in meiner Gesamtheit vollkommen auf das Ziel aus, bis ich die Position erreiche, die sich wie Einrasten anfühlt, auf der Schiene ins Ziel. Jede Faser meines Ich spannt sich aufs äußerste. Es ist kein Loslassen, es ist vielmehr, als lenkte ich den von allen meinen Energien angetriebenen Pfeil vom Hier ins Ziel. Mit großer Entspannung genieße ich den Flug des Pfeiles und den Aufprall am Ende der Schiene.”
Der Schlüssel erfolgreicher Kommunikation ist Wahrnehmungsgenauigkeit. Zu wissen, wie es gerade um ihren Gesprächspartner steht, wie er sich fühlt und welche Reaktionen das, was sie sagen, in ihm hervorruft. Oft sind es nur ganz kleine Hinweise, die uns das Fenster zum Modell der Welt unseres Gesprächspartners ein wenig öffnen. Eine leichte Veränderung der Gesichtsmuskulatur, ein kleines Fältchen vertieft oder glättet sich, die Augenbrauen heben oder senken sich etwas oder werden asymmetrisch, die Augen werden etwas größer oder kleiner, beginnen vielleicht zu strahlen. Die Hautfärbung kann sich verändern, erröten oder erblassen, die Haut kann feucht werden. Die Körperhaltung gibt oft noch markantere Hinweise. Unser Gesprächspartner kann locker dasitzen, in seiner Haltung erstarren oder sie verändern. Es gibt sehr viel Literatur darüber, wie wir Körpersprache interpretieren können. Was es bedeuten kann, wenn sich unser Gesprächspartner etwas vorbeugt oder sich zurücklehnt, die Arme verschränkt und ein Bein über das andere schlägt.
Doch Achtung. Wenn Sie solche Veränderungen an ihrem Gesprächspartner wahrnehmen, seien sie sich stets dessen bewußt, daß die Interpretation dieser Veränderungen ein Produkt ihrer Landkarte ist und nichts mehr damit zu tun hat, wie es ihrem Gesprächspartner wirklich geht.
Was können wir trotzdem tun, um durch unsere Wahrnehmungen Hinweise über das Befinden und den Gefühlszustand unseres Gesprächspartners zu erhalten? Die Antwort des NLP lautet “Kalibrieren”.
Beobachten sie ihren Gesprächspartner, wenn sie aufgrund der Situation und seiner Aussagen, mit Fug und Recht darauf schließen können, den Gefühlszustand richtig zu interpretieren. Registrieren sie jede Feinheit im Aussehen und Verhalten:
Die Mimik, die Körperhaltung, Timbre und Lautstärke der Stimme, die Färbung und Glanzpunkte der Gesichtshaut und die Atmung. Die Atmung ist ein hervorragender Indikator, weil Atmen unbewußt passiert.
Damit können Sie dieses signifikante Verhalten des Gesprächspartners einem bestimmten Gefühlszustand zuordnen. Denken Sie aber auch hier daran: Gefühle treten nicht immer in “Reinkultur” auf, sie können sich auch vermischen, was wiederum geändertes externes Verhalten zur Folge hat. Doch je mehr sie sich selbst trainieren, exakt wahrzunehmen, desto mehr Erfahrung bekommen sie. Übung macht den Meister.
Jeder Mensch bildet die Welt, das was um ihn geschieht im Kopf als Modell ab, als einzigartige Landkarte des Gebietes. Das Geheimnis exzellenter Kommunikation ist es, das Weltmodell des Gesprächspartners so genau wie möglich zu verstehen. Wenn wir darauf verzichten, zu glauben das alle Menschen die gleiche Landkarte von dieser Welt haben, dann können wir auch aufhören, von einem Apfelbaum Birnen zu verlangen.
Was würden sie tun, wenn sie bemerken, daß ihr Partner im Theater einem falschen Sitzplatz zustrebt? Wahrscheinlich werden sie zu ihm hingegen, ihm zeigen wo der richtige Platz ist, um ihn dann gemeinsam aufzusuchen. Denn wenn viele Sitzreihen zwischen ihnen sind, wird Verstehen schwierig. Wenn sie im Gespräch verstanden und akzeptiert werden wollen, dann begeben Sie sich zuerst auf den Platz des Gesprächspartners. Akzeptieren sie seine Landkarte und fühlen sie seine momentane Gefühlswelt. Doch wie soll das gehen? Wie wollen wir die Gefühle anderer Menschen annehmen, uns in ihre Situation hinein versetzen können?
Erinnern Sie sich an das Kommunikationsmodell. Unser gegenüber filtert die aufgenommenen Informationenauf seine idividuelle Art und Weise, Gefühle entstehen. Das Ergebnis sind Worte, Handlungen und Verhaltensweisen. Diese Reaktionen können uns wertvolle Hinweise über das Modell der Welt und die Wahrnehmungsfilter des Gesprächspartners vermitteln. Denken Sie daran, was wir bisher schon darüber gelernt haben.
Es gibt eine einfache und wirkungsvolle NLP Methode dafür, die Welt mit den Augen des Gesprächspartners wahrzunehmen. Wir nennen Sie “Pacing” oder “Spiegeln”. Wir schlüpfen in die Haut unseres Gesprächspartners, indem wir seine Verhaltensweisen annehmen:
Die Körperhaltung, die Gestik, die Art zu sprechen und die Frequenz der Atmung. Wir benutzen auch dies spezifische Sprechweise der bevorzugten Metaprogramme des Gesprächspartners. Das ist die Grundlage für Verstehen.
Wohlgemerkt: Pacing hatten nichts mit Nachäffen zu tun. Pacing ist Basis für den respektvollen Umgang mit ihrem Gesprächspartner. Imitieren sie also nicht stereotyp jede Körperbewegung ihres Gesprächspartners nach. Es geht um die Grundhaltung und nicht um jede Microbewegung.
Pacing bewirkt zweierlei:
Sie verstehen ihren Gesprächspartner und ihr Gesprächspartner versteht und akzeptiert sie! Welch hervorragende Ausgangslage für gute Kommunikation!
Experimentieren Sie damit:
Pacen Sie ihren Gesprächspartner bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Nehmen sie eine ähnliche Körperhaltung ein, atmen sie im gleichen Rhythmus, verwenden sie die gleiche Gestik, sprechen sie im gleichen Tempo, der gleichen Lautstärke und Tonhöhe. Stellen sie fest, wie sich dadurch ein besseres gegenseitiges Verständnis entwickelt. 
Wenn sie ihr persönlichen Schwerpunkt in den Neuro-Logischen Ebenen hoch oben haben (Einstellungen oder höher), werden sie sofort bemerken, daß ihnen obiges Experiment leicht fällt. Nur wenn sie mit ihrem Schwerpunkt noch zu tief unten sind, werden sie das Gefühl haben, nicht völlig sie selbst zu sein. Dann sind sie leider noch von oberflächlichem abhängig und haben nicht all jene Verhaltensmöglichkeiten verfügbar, die exzellenten Könnern zu eigen sind. Arbeiten sie daran, und auch wenn sich nicht sofort der erwünschte Erfolg einstellt – bleiben sie dran! Es ist, wie mit dem Auto fahren. Solange sie es lernen, muß ihr Bewußtsein auf jede Körperbewegung achten, daß Drücken der richtigen Pedale mit der richtigen Intensität, das Lenken, das Blinken und die Übersicht über den Straßenverkehr. Sobald sie genügend Übung haben, fahren sie unbewußt sicher und sprechen vielleicht auch noch gleichzeitig mit ihrem Beifahrer oder telefonieren und höhren Radio. Der Weg vom bewußten Erlernen einer Fähigkeit bis zum unbewußten sicheren Ausüben heißt Konsequenz. Und Konsequenz ist etwas, das für sie als erfolgreicher Manager zum Standardrepertoire gehört.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Experimentieren.
Am Standpunkt ihres Partners haben sie die besten Voraussetzungen, um ihn zum richtigen Platz im Theater zu führen. Auch dafür gibt es im NLP einen Begriff: "Leading".
Leading heiß, den Gesprächspartner zu geleiten, zu einem besseren Verständnis oder Verstehen dessen, was wir mitteilen wollen, zu einer Veränderung zum positiven oder einfach zu einem harmonischen Gesprächsklima. Wenn sie in gutem Kontakt mit ihrem Gesprächspartners sind, können Sie leicht bemerken, wie leicht es ist zu führen. Verändern Sie einfach ihre Körperhaltung ein wenig und bemerken sie, wie ihr Gegenüber dem folgt und auch etwa die gleiche Körperhaltung einnimmt.
Beobachten sie bei ihrem nächsten Restaurantbesuch die Menschen an den anderen Tischen. Sie werden sehr leicht feststellen können, ob es sich um harmonische Beziehungen handelt oder nicht. Wenn sich Menschen verstehen, einer Meinung sind und in gutem Kontakt miteinander, dann bilden auch ihre Körperhaltung und ihre Bewegungsmuster eine Einheit. Das Verhalten ist im Einklang wie bei einem gut zusammengespielten Paar im Eiskunstlauf oder beim Tanz.
Alle NLP-Techniken, welche im Gesprächskontext adäquat sind und von denen Sie noch eine ganze Menge kennenlernen werden, sind Hilfsmittel, um ihren Gesprächspartner auf dem Weg zum Ziel zu unterstützen.
Ich möchte Ihnen jetzt an dieser Stelle ein Versprechen abverlangen. Ein Ehrenwort, das für sie ab jetzt gilt. Alle Bausteine des NLP sind mächtige Kommunikationswerkzeuge. Sie können damit, wie mit jedem anderen guten Werkzeug großen Segen stiften, aber sie können auch Schaden anrichten. Als Meister des NLP gehen Sie die Verpflichtung ein, NLP-Methoden nur dann einzusetzen, wenn das Ergebniss auf dieser Welt mehr WIN WIN-Situationen schafft als vorher.
Seien Sie sich der Macht ihrer Fähigkeiten stets bewußt und setzen Sie sie ein, um die Welt ein bißchen besser zu machen und die Menschen positiv zu verändern. Seien sie stets achtsam, denn dieses Ziel ist sehr subjektiv. Was in ihren Augen positive Veränderung ist, muß es nicht in der Landkarte ihrer Mitmenschen seien.
Die Gewohnheiten des Zusammenlebens unterscheiden sich in verschiedenen Weltregionen sehr stark. Christen versuchten bereits vor Jahrhunderten, sogenannte wilde Völker zum wahren Glauben zu bekehren. Vom Standpunkt der Christen und in ihrem Glauben war das der einzig gangbare Weg zum Glück. Viele Geschichten über diese Zeit legen nahe, daß der verordnete Glaube nicht nur Glück brachte.
Nur wer sich die Mühe macht, sich in das Weltbild des Gesprächspartners voll und ganz hinein zu versetzen, seine Werte, Ziele und Gefühle zu verstehen, der darf es wagen, zu beurteilen, ob das was man tut, auch zu mehr WIN WIN-Situationen führen kann. Wir nennen diesen Zustand des Einsseines, des guten Kontakts mit dem Gesprächspartner Rapport.
 

11.12.2009

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