Es ist zu wenig zu lernen, wir müssen auch vergessen!
Wir müssen all die Dinge vergessen und aufgeben, die wir einmal geglaubt haben, vielleicht sogar berechtigter Weise, für gute Ideen gehalten haben, die sich aber als falsch herausgestellt haben. Wir müssen auf überholte Strategien verzichten, die irgendwann mal, das Beste waren, was wir hatten. Wir müssen manchmal auch bereit sein, dem Heute ins Gesicht zu sehen und zu erkennen, das es nicht mal verwandt ist mit dem Gestern. Un das Schwerste: Wir müssen anerkennen, daß uns die Lösungsansätze von gestern nur bis zum Heute gebracht haben. Um uns das Morgen zu erobern, brauchen wir viel öfter als uns lieb ist neue Lösungsansätze, dh. Neue Fähigkeiten, neue Einstellungen und ein dynamisches Selbstverständnis.
Bitte vor den Vorhang!
Wenn wir schon dabei sind, unsere Zukunft zu programmieren, sollten wir uns gleich auch darum kümmern, neue Fähigkeiten zu entwickeln. Wer hat nicht schon einmal gedacht: So wie die oder der möchte ich auch auftreten, einen Vortrag halten, einen Kunden gewinnen oder mit meinen Mitarbeitern reden können. Was hält sie davon ab? Wieviele Seminare und Vorträge glauben sie besuchen zu müssen, bis sie das können, was nur sie selbst in ihrem Kopf Wirklichkeit werden lassen? Sie lernen hier nicht nur einfach NLP. Sie lernen das Lernen. Und damit erhalten Sie etwas, was in allen Schulen das erste Pflichtfach sein müßte.
Ich werde Ihnen am praktischen Beispiel eines besonderen Verhaltens erläutern, wie das geht. Stellen Sie sich vor, sie sollen vor 1000 Leuten eine zündende Rede halten. Sie wissen: der erste Eindruck ist entscheidend. Erfinden wir also  einen besonders souveränen Auftritt.
Phasen bestimmen
Was ist ihr Ziel? Wie wollen Sie sich neu verhalten? Teilen Sie das neue Verhaltensmuster in kurze Phasen auf. Sie werden in Kürze jede dieser Phasen einzeln designen und anschließend zu einem gesamten Muster zusammenfügen. In unserem Beispiel teilen wir ihren souveränen Auftritt in folgende Phasen:
1. Entschlossen zum Rednerpult gehen
2. Stabilen Standpunkt einnehmen
3. Publikum fest und schweigend ansehen
4. Den ersten Satz sprechen
Stellen Sie sich nun vor, ihnen gegenüber ist eine Wand mit vier großen Monitoren.
Phase 1 designen
a) Drehbuch und Regie
Sie aktivieren jetzt Monitor 1: Zaubern sie eine Szene auf den Bildschirm, in der jemand entschlossen die Bühne betritt und zum Rednerpult geht. Dieser jemand können sie sein, aus einer Situaion, in der ihnen das schon einmal gut gelungen ist, oder wenn Sie glauben, das wäre noch nie der Fall gewesen, dann denken Sie an jemanden, bei dem sie dieses exzellente Verhalten beobachten konnten. Das kann jemand sein, den sie persönlich kennen, eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, oder sogar eine Phantasiegestalt. Wichtig ist nur, daß sie davon überzeugt sind: für diese Person wäre das nicht nur kein Problem, sondern sogar eine willkommene Gelegenheit, etwas das diese Person mit jeder Faser ihres Körpers genießen würde. Sie sind dabei Regisseur und Zuschauer. Geben Sie als Regisseur dem Hauptdarsteller detaillierte Anweisungen und beobachten Sie, wie der Hauptdarsteller sie befolgt. Beobachten und verbessern Sie diese Szene immer weiter. Geben sie dann auch Hintergrundmusik dazu. Solange bis sie meinen sie hätten jetzt DAS Paradebeispiel für diese erste Phase. In Technocolor und Dolby-Surround!
b) Aktion
Jetzt schlüpfen sie in die Rolle des Hauptdarstellers! Erleben Sie diese Szene voll assoziiert und mit allem drum und dran, sogar mit der eigens gewählten Hintergrundmusik! Was sehen sie, wenn sie so entschlossen zum Rednerpult gehen? Wie sehen sie das Publikum und die Umgebung? Was hören Sie in diesem Augenblick? Hören sie auch, die von ihnen ausgesuchte Musik im Hintergrund? Sie sollte zuumindest aus 50.000 Watt Lautersprechern kommen. Wie fühlt es sich für Sie an, so kraftvoll dem Rednerpult zuzustreben?
c) Qualität und Verbesserung
Welches Gefühl entwickeln sie dabei? Können Sie mit dem, was sie da tun, vollkommen einverstanden seien? Erweckt das, was sie tun, auch für das Publikum einen positiven Eindruck? Was möchten Sie noch verändern, das sie ihrem Ziel näherbringt? Wiederholen sie die Phasen “Drehbuch und Regie” sowie “Aktion” so lange, bis sie davon überzeugt sind, daß der Ablauf exzellent und gut ist für alle Beteiligten. Denken sie an ihr Versprechen!
Phase 2, 3 und 4 designen
Nehmen sie sich nun auf die gleiche Art und Weise die weiteren Phasen vor. Erstellen sie auf Monitor 2 den Videoclip, in dem sie am Rednerpult einen festen Standpunkt einnehmen. Variieren sie ihn so lange, bis sie vollständig damit einverstanden sind.
Auf Monitor 3 folgt der Teil, in dem sie dem Publikum fest und ruhig in seine 2000 Augen blicken.
Auf Monitor 4 sagen sie diesen bewegenden Satz, mit dem sie ihren Vortrag beginnen.
Das Gesamtkunstwerk sehen
Bis jetzt war nur immer einer von den vier Monitoren eingeschalteten. Nun wollen die vier unmitelbar hintereinander aktivieren. Betrachten Sie zuerst nur Monitor 1 auf der Videowand und lassen Sie Phase 1 ablaufen. Unmittelbar am Ende der ersten Szene, schaltet sich wie von Geisterhand Monitor zwei an und sie sehen darauf Phase 2. Phase 3 und 4 folgen auf dieselbe Art und Weise.
Beim nächsten Mal geht es schon schneller. Betrachten sie das Gesamtkunstwerk ihres exzellenten Auftrittes nacheinander auf den vier Monitoren. Dem Rednerpult anstreben, einen festen Standpunkt einnehmen, das Publikum ruhig und schweigend betrachten, den ersten bedeutenden Satz zum Publikum sprechen.
Wiederholen Sie das, bis die Sequenz rasch und ohne Unterbrechungen abläuft.
Machen Sie nun aus diesen vier Monitoren einen großen, der die gesamte Videowand ausfüllt. Und nun Film ab für die gesamte Sequenz des exzellenten Auftrittes. Genießen sie diesen Anblick in vollen Zügen. Nehmen sie war, wie soverän Sie diese Szene beherrschen. Wahrscheinlich kommt auch so etwas wie Freude und Stolz dabei auf.
Das Gesamtkunstwerk erleben
Und jetzt gehen wir noch einmal so richtig hinein ins volle Menschenleben. Assoziieren sie sich in die Sequenz mit allen ihren Sinnen. Erleben sie ihren Auftritt vom 1. Schritt auf die Bühne bis zum letzten gesprochenen Wort. Sehen Sie, was es dabei aus ihren Augen zusehen gibt. Die Bühne, das Rednerpult, den Saal oder die Umgebung, das Publikum. Hören sie die Geräusche, ihre Schritte , das Murmeln des Publikums. Fühlen sie ihre Bewegungen und dieses energische, kraftvolle Gefühl der Souveränität.
Werden Sie jetzt abschließend noch einmal Ihrer Zaubervideowand gewahr, ihrem Instrument zukünftigen exzellenten Verhaltens. Und überlegen Sie gleich jetzt, wann in der Zukunft sie das nächste Mal Gelegenheit haben werden, sich auf diese besondere Art und Weise neu zu verhalten.
Und nun sind sie dran . Wie möchten Sie sich in Zukunft exzellent verhalten? Viel Spaß mit diesem Prozeß.
Berge versetzen
Um Berge zu versetzen brauchen wir den entsprechenden Glauben. Wir befanden uns jetzt auf der neurologischen Ebene der Fähigkeiten. Wie sie bereits wissen, strukturieren die höheren Ebenen die darunter. Die nächsthöhere Ebene, die der Einstellungen hat also Einfluß darauf, wie sehr Sie bereit sind, die erworbene Fähigkeiten auch zu nützen. Ich bin ziemlich sicher: Manchmal haben sie eine Menge guter Gründe zur Hand, warum sie es doch nicht können oder dürfen. Diese selbst gelegten Hürden sind oft nicht bewußt, hemmen aber ihre Effizienz als Manager. Also weg damit. Aber wie? Haben sie Einfluß auf das, was sie für richtig und wichtig halten, also ihre Einstellung, oder ist sie ihr unabänderliches Schicksal? Sie werden sagen: natürlich nicht. Ich habe doch mein Leben in Griff. Ich bestimme das, was mir lieb und Wert ist und woran ich glaube. Sie haben recht damit.
Denken sie kurz daran, was ihnen in ihrer Kindheit wichtig war. Vollkommen andere Dinge hatten damals Bedeutung für Sie, Dinge die Ihnen heute ganz egal sind. Manche Werte, wie Spaß haben oder Geborgenheit in der Familie, haben sie wahrscheinlich beibehalten. Auch was für Sie als richtig gilt, hat sich im Laufe ihres Lebens verändert. Der Storch, das Christkind oder die Existenz von Märchengestalten entsprechen nicht mehr ihrem Weltbild. Führungsregeln, Kommunikationsmechanismen und Managementkategorien kamen erst später dazu. Erfahrungen und neue Herausforderungen verändern unsere Einstellungen. Das ist der äußere Einfluß auf unser Wesen. Und sie selbst? Wieweit haben sie Einfluß auf ihre Glaubenssätze, wenn sie irgend etwas gerne als richtig annehmen würden, tief in ihrem Herzen davon aber nicht ganz überzeugt sind?
Führungspersönlichkeiten sind im Stande, ihre Glaubensmuster auch ohne äußeren Einfluß von sich aus zu verändern. Sie können sich selbst als Gesamtpersönlichkeit von etwas voll und ganz überzeugen. Und sie machen damit ihren Geist frei, sich ohne Vorbehalte auf die erworbene Fähigkeiten zu konzentrieren und sie ohne Abstriche zu nützen. Wollen Sie das auch können? Na dann los.
Möglicherweise haben sie mit der Disney-Strategie ein Ziel entwickelt, dessen Erreichung zwar toll wäre, bloß es fehlt noch an der hundertprozentigen Überzeugung, die ihnen die ersten Schritte leichter machen würden. Formulieren sie es schriftlich und verbessern sie ihre innere Einstellung dazu im folgenden
Worauf zielen diese Statements ab? Es gibt sechs Hauptgründe, warum Menschen nicht mehr alleine aus Problemzustände herausfinden:
Was ich zur Erreichung (meines Zieles) tun werde, ist ökologisch.
Unbewußt wollen Sie mit ihren Zielen die Zahl der WIN WIN-Situationen vermehren. Ist das für Sie im Grunde ihres Herzens nicht sichergestellt, wird ein Teil der Überzeugung fehlen. Ihr Unbewußtes wird daher ihren Erfolg behindern.
Ich bin für die Erreichung (meines Zieles) verantwortlich.
Sie haben bereits bei der Formulierung ihres Zieles darauf Bedacht genommen, daß sie es von sich aus erreichen können. Sie können nur sich selbst verändern, nicht andere. Wenn sie das Tun wollen, müssen sie sich selbst verändern. Wenn sie ihr gegenüber zum Lachen bringen wollen, geht das nur, wenn sie sich selbst zuerst zum Lachen bringen.
Ich habe die notwendigen Fähigkeiten, (mein Ziel) zu erreichen.
Hilflosigkeit ist der Glaube, zu wenig Fähigkeiten und Ressourcen zur Verfügung zu haben. Tatsache ist, daß wir bereits alle Ressourcen potentiell in uns zur Verfügung haben. Wir brauchen sie nur noch zu erschließen. Das gilt es, hilflosen Menschen ins Bewußtsein zurufen.
(Mein Ziel) ist wünschenswert und wertvoll.
Um in ihrer Persönlichkeit kongruent zu sein, darf das Ziel ihren Werten und Visionen nicht widersprechen. Sonst entsteht für Sie ein innerer Konflikt zwischen diesem Ziel und ihren grundsätzlichen Intentionen und Wünschen, der sie blockiert und Erfolg verhindert.
Ich verdiene es, (mein Ziel) zu erreichen.
Wertlosigkeit ist der Glaube, etwas Positives nicht zu verdienen, es aus welchen Gründen immer nicht Wert zu sein. Dieser Meta-Glaubenssatz verhindert jeden Erfolg.
Es ist möglich, (mein Ziel) zu erreichen.
Das schlimmste ist Hoffnungslosigkeit. Das Ziel ist in unendliche Ferne gerückt. Aus der Sicht dieses Menschen besteht keine Möglichkeit. Da ist keine Lösung denkbar, auch wenn es tatsächlich viele davon gibt.
Das sind die Hindernisse erfolgreichen Handelns, und sie wissen jetzt, welches davon auf ihr Ziel negativ einwirkt. Nun gehen wir an die Auflösung dran.
1. Nehmen Sie jetzt wieder Papier und Schreibgerät zur Hand und halten Sie das jenen Glaubenssatz fest, dem sie den geringsten Wert gaben (= kritischer Glaubenssatz). Setzen bei [mein Ziel] tatsächlich ihr Ziel ein, so wie sie es am Beginn des Experimentes gemacht haben.
2. Danach assoziieren sie sich in die Wahrnehmungsposition von jemanden, der großes Vertrauen in sie hat, jemand der an sie glaubt. Für  jedes der unten agegebenen Stichworte, wiederholen sie den Glaubenssatz, indem sie das Stichwort miteinbeziehen und den Satz, mit jenem Gedanken, der ihnen ganz spontan in den Sinn kommt, beenden. Versetzen sie sich dabei in die Lage der anderen Person und halluzinieren sie sich selbst als Zuhörer. Verwenden sie das Wort "Du" wenn sie sich selbst ansprechen und schreiben sie die somit erhaltenen Halbsätze auf:
a.    (kritischer Glaubenssatz), weil .....
b.    (kritischer Glaubenssatz), und daher .....
c.    (kritischer Glaubenssatz), nachdem du ....
d.    (kritischer Glaubenssatz), wann immer du .....
e.    (kritischer Glaubenssatz), sodaß du ....
f.    (kritischer Glaubenssatz), wenn du .....
g.    (kritischer Glaubenssatz), obwohl du ....
h.    (kritischer Glaubenssatz), in der gleichen Weise, wie ....
3. Kehren sie zu ihrem eigenen Blickwinkel zurück und stellen sie sich vor,  jene andere Person, die an sie glaubt, säße ihnen gegenüber, und verwandelt die neu gewonnenen Halbsätze in Hauptsätze, wobei die Stichwörter und der kritische Glaubenssatz ausgelassen werden. Die Ausnahme sind die letzten beiden Sätze. Da heißt es:  “Und obwohl Du ..., [der letzte Halbsatz]”.
4. Wiederholen sie jeden der Sätze, nachdem er ihnen im Geiste “vorgelesen” wurde und ersetzen sie das Wort "Du" mit "Ich".
5. Danach bewerten sie noch einmal die Glaubenssätze. Nur so zum Test. Sie werden staunen.
Wenn sie mehreren Statements niederere Werte als 5 gaben, überdenken sie jedes davon in der vorhin besprochenen Art und Weise.
Glaubenssätze sind generalisierte Erfahrungen. Als Kleinkind machten sie die Erfahrung, daß eine rechteckige Fläche an der Wand eine Tür ist, durch die man hinauskommt, wenn man die Schnalle drückt. Gelernt und verallgemeinert wissen sie ab nun, wie sie einen Raum verlassen können. Generalisierte Erfahrungen sind unsere Ressourcen. Leider funktioniert das auch anders. Auf einer tollen Yacht im offenen Meer einen Sturm erlebt zu haben, bedeutete für viele, niemals mehr Yachting. Schade. Wenn jemand als Kind von anderen gehänselt wurde, weil es lebhaft gestikulierte, wird es ab sofort vorsichtig agieren. Die Erfahrung und Verallgemeinerung kann auch zur Hemmung werden. Die Ursache dieser Hemmung ist längst nicht mehr gültig und wirkt dennoch nach.
Denken Sie jetzt darüber nach, welche hemmenden Glaubenssätze ihr Leben einschränken. Sie haben jetzt den richtigen Hebel dafür.
 

11.12.2009

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17.11.2009

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