Und nun lehnen sie sich zurück, schließen die Augen. Machen sich in ihren Gedanken ein Bild der zukünftigen Situation, also der Aufgabe, zu der Sie sich bisher noch nicht motivieren konnten. Betrachten Sie dieses Bild genau und mit Hilfe der Checkliste für Submodalitäten (sh. Ahang) stellen Sie sich dabei folgende Fragen:
Wo ist dieses Bild in ihrer Vorstellung? Ist es sehr nahe oder ist es weiter entfernt? Ist es direkt vor ihnen oder seitlich von ihnen?
Wie groß ist dieses Bild?
Ist dieses Bild farbig oder schwarzweiß? Welche Qualität haben die Farben?
Ist das Bild sehr klar, oder ist es verschwommen?
Ist das, was sie im Bild sehen, flach oder dreidimensional?
Hat das Bild einen Rahmen? Wie sieht der Rahmen aus?
Können Sie im Bild Bewegung wahrnehmen oder ist es statisch?
Merken Sie sich diese Merkmale. Wir werden Sie in Kürze brauchen.
Jetzt werden wir einmal sehen, wie das Bild ihrer Ressource-Situation aussieht, also der Situation, die für sie unwiderstehlich motivierend ist. Machen Sie sich dieses Bild präsent und stellen Sie sich dazu die gleichen Fragen wie vorhin.
Haben sie schon bemerkt, in welchen Kriterien sich die beiden Bilder voneinander deutlich unterscheiden?
Stellen Sie sich nun vor, sie verfügen über eine Maschine, die ihre Bilder auf ihren Knopfdruck blitzschnell in unendlich weite Ferne und wieder zurück verschieben kann. Die hohe Geschwindigkeit, mit der die Bilder bewegt werden, verursacht ein lautes Zischen.
Sie werden nun in Kürze folgendes tun: Wenn sie den Knopf der Maschine drücken, wird sich das Bild der zukünftigen Situation rasend schnell in die unendlich weite Ferne und von dort genauso schnell wieder zurück bewegen. Gleichzeitig haben sich die Merkmale dieses Bildes verändert. Es hat alle Merkmale ihres Ressourcebildes vollständig angenommen und befindet sich auch genau an derselben Stelle wie das Ressourcebild. Lautes Zischen begleitet die Bewegung des Bildes.
Drücken Sie jetzt den Knopf.
Wiederholen Sie das ein paar Mal, und nehmen Sie dabei wahr, wie die Anziehungskraft dieses Bildes und damit der Wunsch, ihre Aufgabe zu beginnen, rapide wächst.
Ich möchte Sie dennoch bitten, nicht sofort mit der Aufgabe zu beginnen, die sie jetzt so reizvoll finden. Wir haben heute noch einiges zu tun. Bestimmen Sie jetzt gleich den Zeitpunkt, wann sie sich das Vergnügen gönnen wollen, das zu tun, was sie sich nun vorgenommen haben.
Diese kleinen Unterscheidungen der inneren Repräsentation unserer Bilder haben enorme Auswirkungen darauf, wie wir uns fühlen. Wir nennen die Repräsentation der Wahrnehmungen unseres Sinnessysteme auch Modalitäten. Demzufolge heißen diese Unterscheidungen auch Submodalitäten. Sie sind die Komponenten unseres Denkens und haben somit gewaltigen Einfluß auf unser Handlen und Streben.
Wie im visuellen Repräsentationssystem gibt es auch im auditiven System Unterscheidungen, die einen Unterschied machen. Denken sie an eine Handlung, die ihnen nicht wirklich Spaß macht, etwas, das sie ganz gerne aufschieben. Und jetzt lassen sie ihre innere Stimme sie auffordern, es zu tun. Spüren Sie wachsende Motivation? Nicht? Vielleicht ist es ihre gewohnte Strategie, die sie gerade verwendeten.
Sie wissen:  Wenn sie das tun, was sie immer schon getan haben, werden sie bekommen, was sie immer schon bekommen haben.
Also tun sie einmal etwas ganz anderes:  Lassen sie eine veränderte innere Stimme Worte wählen, die verdeutlichen, daß sie jetzt damit beginnen werden, weil nur sie es auf diese besondere Art und Weise tun können, die es bedeutend für sie macht, es jetz zu tun. Diese innere Stimme hat genau den Klang, die Lautstärke und die Schwingung, die sie so gerne hören. Achten sie auf jedes Detail. Verändern sie Details und spüren, ob sie sich dadurch mehr motiviert fühlen. Wenn ja, verstärken sie dieses Detail noch etwas.
Wenn sie jetzt die Motivation für ihre Aufgabe deutlich spüren, machen sie sich bewußt: Das sind die Werkzeuge jener Menschen, die ihre Ziele mit Energie, Ausdauer und Beharrlichkeit verfolgen, auch wenn noch so unwegsames Gelände ihr Weiterkommen auf dem eingeschlagenen Weg behindert.
Um ihnen die Arbeit mit Submodalitäten zu erleichtern, gebe ich ihnen eine Liste, auf der sie die verschiedenen Ausprägungen ablesen können, damit sie nichts vergessen, wenn sie die Unterschiede entdecken wollen, die einen Unterschied machen. Beachten sie immer alle Ausprägungen, oft ist ein kleiner Bestandteil das wesentliche Kriterium für ihren Erfolg.
Ein Manager eines großen Medienkonzernes bat mich, ihm zu helfen. Er suchte einen Ausgleich für die berufliche Belastung, der er permanent ausgesetzt war. Darum hatte er sich vorgenommen täglich eine halbe Stunde zu laufen. Bisher war es allerdings bei diesem Vorsatz und ein paar kläglichen Anläufen geblieben. Laufen reizte ihn, doch im Augenblick der Entscheidung war sein innerer Schweinehund immer ein Quentchen stärker. Seine Schwäche enttäuschte ihn und nagte auch ein wenig an seinem Selbstwertgefühl, denn einige seiner Kollegen liefen täglich konsequent.
Wir untersuchten gemeinsam die Submodalitäten des inneren Bildes, das den Zeitpunkt der Entscheidung zum Laufen oder nicht Laufen repräsentierte. Dann holte er sich das Bild ins Bewußtsein, sich für eine rasante Spritztour im Sportwagen zu entscheiden, eine Entscheidung, die ihm äußerst leicht fiel. Er war Fan von Ferrari und besaß auch einen, natürlich in rot. Am meisten begeisterte ihn das tiefe und starke Motorengeräusch und dieses Fibrieren, das seinen Körper durchfloß, wenn er Gas gab. Wir verglichen die Submodalitäten dieser beiden Bilder. Sie unterschieden sich lediglich in der Position, eins war etwas höher als das andere. Ich ließ ihn diesen Unterschied testen, er setzte das Bild, sich zum Laufen zu entscheiden, auch höher. Das war es aber nicht. Er fühlte sich dadurch nicht mehr motiviert. Ich ließ ihn daher noch einmal das Bild repräsentieren, sich für eine Fahrt mit dem Roten ins Grüne zu entscheiden. Er richtete die Augen nach oben, und ich nahm nun wahr, daß sein Kopf sich dabei ganz leicht auf und ab bewegte, so als würde er damit Takt schlagen. Darauf angesprochen meinte er: “Klar, das ist Susi Quattro, volle Lautstärke. Wenn ich alleine Auto fahre, höre ich sie immer wieder gern.” Das war es. Er bereicherte nun das Bild, sich zu Laufen zu entscheiden mit dem Sound von Susi Quattro. Ich sagte noch: “Sind sie sicher, daß es wirklich laut ist und aus allen Lautsprechern kommt?” Er antwortete: “Ja, ich denke schon.”  “Dann sehen sie jetzte kurz auf diesen Lautstärkeknopf. Er läßt sich noch ein gutes Stück nach rechts drehen. Also tun sie es jetzt. Und hören sie, wie der Sound mit seinen Bässen und Höhen sie einhüllt, unwiderstehlich umfängt und nach vorne zieht.” Machen sie sich keine Hoffnungen, den holen sie nicht ein, wenn sie ihm heute im Park begegnen.
Submodalitäten sind das Material mit dem wir denken. Sie sind dafür verantwortlich, ob wir uns für oder gegen etwas entscheiden, ob uns etwas Spaß macht oder nicht, ob wir Dinge mit Freude angehen, wie wir in unseren Köpfen die Welt wahrnehmen und wie wir Dinge voneinander unterscheiden. Submodalitäten lassen uns wissen, ob ein Ereignis, schon lange zurück liegt, erst vor kurzem geschah oder ein imaginiertes ist. Darauf kommen wir später noch zu sprechen.
Sie haben gelernt, die Submodalitäten zu nützen, um sich für eine Sache zu motivieren. Vielleicht sind sie selbst schon auf diesen Gedanken gekommen. Sie können natürlich auch das Gegenteil damit tun. Vielleicht gibt es etwas, das sie zwar reizt, aber eigentlich sollten sie jetzt etwas wichtigeres tun.
Sie wollen abnehmen, haben den festen Vorsatz dazu, kaufen aber dann doch diese leckeren kleinen Fettsünden ein. Na und wenn es schon zu hause herumliegt, ißt man es eben.
Am Abend wollten sie noch die Steuererklärung angehen, der Steuerberater drängt schon. Doch da ist das gemütliche Sofa, die Zeitung daneben, ein kühler Drink steht auch schon bereit (welcher Engel war das?).
Es ist ihnen schon bewußt, sie können diesen unangenehmen Anruf nicht mehr lange aufschieben, jetzt wäre Gelegenheit dazu. Aber draußen ist es doch so schön, die Sonne scheint, die Luft ist lau und aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Der endgültig letzte Zeitpunkt ist sowieso erst morgen.
Sie wissen bereits, wie leicht es ist, sich zum einen zu motivieren. Aber da ist noch das andere, für das sie auch bereits eine erfolgreiche Entscheidungsstrategie verwenden   - Fettmacher einkaufen, am Sofa sitzen, spazieren gehen und anderes. Geben sie dem einen größere Chancen, Wirklichkeit zu werden, indem sie zusätzlich auch die Submodalitäten des anderen verändern. Ihre Ausprägungen der Submodalitäten, wenn sie sich nicht für etwas entscheiden, kennen sie bereits. Auch das ist eine nützliche Strategie. Wenden sie sie an, wenn sie etwas nicht tun wollen. Verändern sie die Submodalitäten für “Speisen einkaufen” so, daß sie ihrer Nicht-Entscheidungsstrategie entsprechen. Sie schlagen damit die Rivalen dessen, was sie tun wollen, aus dem Rennen und gewinnen dabei.
Aber geben sie Acht, es wirkt sicher. Achten sie sorgfältig darauf, ob das wofür und wogegen sie sich motivieren, ihren Werten gerecht wird. Die Submodalitäten zu nützen kann zur Waffe ihres Pflichtgefühls werden, das andere Werte, wie Spaß, Lebensfreude, Freiraum zur Kontemplation oder Zeit für die Familie überdeckt, sie zu kurz kommen läßt. Das ist nicht der Sinn der Sache. Seien sie Werte bewußt, wenn sie NLP-Bausteine verwenden. Sie sind dazu da, ein besseres Leben zu ermöglichen. Sie tragen die Verantwortung dafür.
 

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