Die richtige Aufgabe zu finden allein ist zu wenig, um die Arbeit ihrer Mitarbeiter für das Unternehmen in einen WIN WIN-Rahmen zu stellen, sodaß beide daraus Nutzen ziehen. Mihaly Csikszentmihalyi fand ein Zauberwort, das symbolisiert, was die bisher noch fehlende Komponente ausmacht, um diesen Rahmen zu sichern. Er nennt diesen Zustand der fast entrückten Begeisterung für die Aufgabe, der sehr viel mit Glück zu tun hat, “Flow”.
Viktor Frankl sagt dazu: “Peile keinen Erfolg an - je mehr du es darauf anlegst und ihn zum Ziel erklärst, umso mehr wirst du ihn verfehlen. Denn Erfolg kann wie Glück nicht verfolgt werden; er muß erfolgen .... als unbeabsichtigte Nebenwirkung, wenn sich ein Mensch einer Sache widmet, die größer ist als er selbst.”
Csikszentmihalyi sagt, Flow ist der Zustand, wenn Körper und Seele eines Menschen bis an die Grenzen angespannt sind, in dem freiwilligen Bemühen, etwas Schwieriges und Wertvolles zu erreichen. Welche Möglichkeiten haben sie als Manager, mit den NLP-Bausteinen ihren Mitarbeitern eine Brücke zwischen Können und Herausforderung zu bauen, sodaß sie von da aus möglichst lange und intensiv im “Fluß” sein können.
Wir erreichen damit schon fast den letzten Stein des magischen Dreiecks, der nicht nur deswegen für sie besondere Bedeutung hat. Er faßt gleichzeitig auch alles zusammen, was sie an Möglichkeiten zur Hand haben, um den Menschen, die sie in ihrem Beruf umgeben - und das müssen nicht nur ihre Mitarbeiter sein - das zu geben, was in ihrer Macht steht, um das Leben besser werden zu lassen. Die Brücke, die sie bauen, soll nicht nur Flow ermöglichen, sie soll auch alles was trennt verbinden und damit ein geschlossenes, sich selbst unterstützendes System ihres Unternehmens möglich machen.
Wenn Flow also jener Zustand ist, der sich für ihre Mitarbeiter als tiefes, glückhaftes Erleben der Arbeit manifestiert und dessen Ergebnis nicht einfach gut sondern exzellent ist, was können dann sie als Manager dafür tun? Was haben sie zur Hand, um ihre Mitarbeiter in diesem exzellenten Zustand zu halten?
Was sind die Voraussetzungen für Flow? Wodurch entsteht dieser Zustand?
Das Spannungsfeld zwischen der Herausforderung und den Fähigkeiten ist der Boden, auf dem Flow wächst. Auf diesem Feld gibt es nur einen schmalen Streifen, der diese üppige, grüne Vegetation des Zustandes, ihm Fluß zu sein, zuläßt. Der Rest dieses Feldes verwandelt sich, je mehr man sich von diesem Streifen erntfernt, dunkler, bedrohlicher Dschungel oder karge, trockene Wüste.
Überlegen Sie einmal. Sie bitten einen Mitarbeiter, im Bereich der Versandlogistik einen Teil der Ablauforganisation so zu überarbeiten, daß die Lieferzeiten um einen Tag verkürzt werden können. Wovon hängt es ab, ob dieser Mitarbeiter die Aufgabe als interessante Herausforderung oder als schwere Bürde wahrnimmt? Er muß es können und er muß glauben, daß er es kann. Wenn den Mitarbeitern nicht Gewißheit oder ein Mindestmaß an Hoffnung erfüllt, dieser Aufgabe gewachsen zu sein, wird ihn die Angst packen. Er fühlt sich von dieser Aufgabe bedroht. Er wird solange keine Freude für diese Arbeit entwickeln können, solange er nicht ausreichend Ressourcen und Fähigkeiten zur Hand hat, um hoffnungsvoll an die Aufgabe heranzugehen. Im Gegenteil, Angst blockiert, erzeugt Distreß und läßt irgendwann einmal Wut über den entstehen, der ihm diese Belastung angetan hat. Eine üble Situation und ein starker Unruheherd in ihrer Organisation ist entstanden.
Nehmen wir an, ihr Mitarbeiter, dem Sie diese Aufgabe gaben, tut solche Dinge schon seit Jahren. Und darüber hinaus gewöhnlich noch in weit größerem Stil und mit höherer Komplexität. Das Ergebnis dieses Auftrags ist Langeweile. Die Aufgabe hat keinen Reiz für ihn. Abgesehen davon wird dieser Mitarbeiter den Eindruck entwickeln, daß seine Fähigkeiten nicht genügend geschätzt werden. Aufgabe und Fähigkeiten sind nicht ausgewogen, sie stehen in keinem sinnvollen Größenverhältnis zueinander. Dieser Mitarbeiter kündigt früher oder später innerlich. Die Arbeit macht keinen Sinn mehr für ihn.
Dort wo die Herausforderung die Fähigkeiten ein wenig überragt, ist der Boden fruchtbar, sodaß Exzellenz wachsen kann. Wir Menschen sind bestrebt dazu zu lernen. Etwas mehr zu wollen als zu können macht Sinn. Das ist das Wesen de Menschen. Zu großer Herausforderungen versetzen die Menschen in den Dschungel der Angst, zu geringe erzeugen Leere und Langeweile.
Der Streifen für Flow wird breiter, wenn das Umfeld paßt. Wenn der Mitarbeiter mit dem “Wofür” und “Mit wem” kongruent ist. Denken Sie also an diese beiden Steine des magischen Dreiecks, Vision und Organisation. Wenn sie das bereits geklärt haben, tun sie sich jetzt viel leichter. Eine Aufgabe zu übernehmen, die für den Mitarbeiter keinen Sinn macht oder diese mit Menschen zu erfüllen, mit denen er einfach nicht kann, sind keine guten Voraussetzungen für Flow. Haben sie jedoch in diesen Bereichen ihre Hausaufgaben bereits gemacht, dann ist es gut.
Ihre Aufgabe als Manager ist es, die Tätigkeit ihrer Mitarbeiter permanent in diesem Streifen grüner, üppige Vegetation zu halten. Nur dann sind ihre Mitarbeiter und sie glücklich.
Das ist das Ziel, und nun zum Weg. Was können Sie als Manager dazu beitragen?
Experiment:
Ich möchte Sie nun bitten, zu überlegen, was sie tun können, um Überforderung, und damit das Entstehen von Angst zu vermeiden.
Experiment:
Genauso gefährlich wie Überforderung ist Unterforderung. Langeweile lähmt und frustriert. Dabei könnte es so gut laufen. Es ist genau die richtige Arbeit für diesen Menschen. Er erfüllt alle Voraussetzungen, hat alle Fähigkeiten und alles Wissen. Doch die Aufgabe ist zu einfach. Sie macht keinen Sinn, weil die Herausforderung fehlt. Was tun, um die Selbstmotivationskräfte dieses Menschen wieder zu aktivieren? Wie holen sie ihn wieder ins Boot oder noch besser, vermeiden Unterforderung? Denken sie nach.
Ich freue mich, wie versiert sie sich bereits auf den Pfaden des magischen Dreiecks bewegen können. Damit machen Sie es zu ihrem Werkzeug.
Ich möchte Ihnen jetzt noch einen Baustein schenken, mit dem viele gute Menschen Anderen in kritischen Situationen helfen, und der trotz seiner Wirksamkeit oft zu wenig gewürdigt und genützt wird.
