Von einem Manager wird erwartet, das durchzusetzen, was gefordert wird. Nur konsequentes Denken und Handeln macht den Manager erfolgreich. Leichter gesagt als getan. Überzogene Anforderungen, Mißerfolge, scheinbar unüberwindbare Schwierigkeiten und private Sorgen demotivieren. Selbstmanagement ist das Thema unzähliger Publikationen und Seminare. Viele Menschen haben sich darüber Gedanken gemacht, wie Motivation auch unter ungünstigen Rahmenbedingungen möglich ist. Wir nahmen uns dieser Frage an und modellierte Menschen, die sich leicht dazu motivieren können, auch scheinbar unüberwindbare Hürden zu bewältigen. Und wir wollten auch wissen, wie es manche Menschen schaffen, in dem Zustand zu sein, den sie sich wünschen.
Der Weg zum exzellenten Chef führt über die Erkenntnis, daß ausschließlich sie selbst über sich Verantwortung tragen. Zu wissen, das nicht höhere Mächte, die Umstände oder andere Menschen schuld sind, wenn es ihnen gerade nicht gut geht oder wenn etwas nicht so klappt, wie sie es gerne hätten. Sie selbst sind die Ursache dessen, was sie denken, fühlen und tun. Das zu wissen, ist der erste Schritt, ihr Verhalten danach auszurichten, was sie erreichen wollen. Sie sind bereits auf dem besten Weg dazu. Unterstützend beschäftigen wir uns mit den Fragen: Wie halte ich durch, wenn das Ziel in weiter Ferne und der Weg beschwerlich ist? Wie kühlen Kopf bewahren, wenn sie in einer Besprechung von mehreren Seiten angegriffen werden? Wie nehme ich den Anlauf zum vierten Mal, wenn ich dreimal das Ziel verfehlte?
Wir fanden es heraus. Und es wird auch für sie bald kein Geheimnis mehr sein.
Wie das Schiff im Hafen
Ein Manager bat mich einmal, ihm zu helfen. Er sagte, er fühle sich in seinem Büro nicht wohl und er wisse nicht warum. Das Büro war toll eingerichtet, hatte große Fenster und bot viel hellen Raum. Auf den ersten Blick war nichts zu erkennen, was den Raum hätte nun angenehm machen können. Erst als ich in bat, seine Aufmerksamkeit dorthin zu lenken, wo das unangenehme Gefühl herkommt, erkannte er die Zusammenhänge. Es war die Anordnung der Möbel. Sie war genauso, wie in dem Raum, in dem er am Beginn seiner Laufbahn die erste große Blamage und massive Zurechtweisung erlebt hatte. Es war ein Erlebnis gewesen, das dauerhaft in seiner Erinnerung haften blieb. Die Anordnung der Möbel war so mit dieser negativen Erinnerung verbunden, daß ihn seine Büroeinrichtung beständig unbewußt daran erinnerte. Er veranlaßte, daß die Büroeinrichtung umgestellt wurde. Danach fühlte er sich in diesem Büro hervorragend.
Sie haben es vielleicht selbst schon erlebt. Sie sitzen mit ihrem Partner gemütlich in einem Restaurant, mit angenehmer Musik im Hintergrund. Und plötzlich ist diese romantische Stimmung spürbar. Sie blicken ihrem Partner in die Augen und nehmen es erst jetzt wahr: Sie hören das Lied, das auch damals zu hören war, als sie sich kennenlernten und der Funke übersprang. Sie hatten vorher gar nicht auf die Musik geachtet, doch nun war sie für sie präsent und erfüllte sie und ihren Partner mit dem Gefühl der Liebe.
Erinnern sie sich an unser Kommunikationsmodell. Die von unseren Sinnen aufgenommenen Informationen werden gefiltert, an unseren Werten gemessen und lassen dem Ergebnis entsprechende Gefühle in uns entstehen. Doch manchmal geschieht es, daß ein so entwickeltes Gefühl sich mit einer Sinneswahrnehmung verknüpft, die zufällig gleichzeitig aufgenommen wurde und mit der Gefühlsentwicklung eigentlich nichts zu tun hat. Diese Verknüpfung ist meistens unbewußt und dauerhaft, wie ein Schiff, das im Hafen verankert ist.
Sie leben mit sehr vielen solcher Anker, die gute oder weniger gute Gefühle in ihnen erwecken. Vielleicht haben sie Dinge auf ihrem Schreibtisch, die sie an ihre Familie und an schöne Erlebnisse erinnern. Jedesmal wenn sie diese betrachten, passiert ein bißchen positive Veränderung in ihnen. Werbespezialisten versuchen, den Anblick ihrer Produkte mit positiven Gefühlen zu verknüpfen, sodaß sie diese, wenn sie sie sehen, gerne kaufen.
Was können wir mit diesem Wissen tun? Der erste Schritt ist, sich bewußt zu machen, welche Sinneswahrnehmungen in ihnen negative Gefühle erwecken. Wie das Beispiel des Managers zeigt, ist es oft sehr einfach, diese Eindrücke zu eliminieren.
Sehen Sie sich einmal in ihrem Büro um. Spüren sie in sich hinein, während sie ihre Umgebung wahrnehmen. Gibt es da etwas, das mit negativen Gefühlen verankert ist? Vielleicht ein Bild, ein Kalender, ein Einrichtungsgegenstand oder ein Geräusch? Dann weg damit.
Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Es gibt sicher vieles, was in ihnen positive Gefühlen erweckt. Umgeben Sie sich damit. Das ist der Trick.
Aber NLP hat natürlich noch vielmehr auf Lager. Warum sollten wir diese visuellen, akustischen oder kinästhetischen Anker dem Zufall überlassen? Wir können sensorische Informationen mit solchen Gefühlen verankern, die wir gerne immer wieder wie auf Knopfdruck verspüren wollen.
Ich lade sie zu folgendem Experiment ein:
Wenn sie wissen, daß sie jedes Gefühl, das sie haben möchten, jederzeit spürbar machen können:
Welches Gefühl wollen sie jetzt verspüren?
1. Gefühlszustand bestimmen
Finden sie eine Situation ihrer Vergangenheit, in der genau dieses Gefühl für sie sehr stark spürbar war.
2. Anker bestimmen
Bestimmen Sie, mit welchem kinästhetischen Reiz sie dieses Gefühl verknüpfen wollen. Wählen sie dazu eine Stelle ihres Körpers, die leicht zugänglich ist, wenn sie sich dieses Gefühl verfügbar machen wollen. Achtung: Handflächen sind "öffentliche Zonen", Anker werden auf ihnen nicht wirksam.
3. Entspannung
Wählen sie einen ruhigen Ort aus und entspannen Sie sich. Lassen Sie ihrem Unbewußten freien Lauf. Sie wissen: Ihr Unbewußtes kann mehr, als sie denken.
4. Situation der Vergangenheit
Gehen Sie mit allen ihren Sinnen in diese Situation der Vergangenheit. Nehmen sie wahr, was es in dieser Situation für sie zu sehen gibt, was sie hören können, was sie fühlen und riechen oder schmecken. Und erleben sie dieses Gefühl, das mit dieser Situation verknüpft ist.
5. Gefühl verstärken
Sie sind der Regisseur diese Szene. Verändern sie diese Szene, machen Sie das Bild, das sie haben, noch etwas klarer und deutlicher. Geben Sie den Farben noch mehr Bilanz. Verändern sie die Klänge oder Stimmen so, daß sich dieses Gefühl noch mehr verstärkt. Wenn sie wollen, können Sie dazu auch den Handlungsablauf verändern.
6. Ankern
Wenn dieses Gefühl seinem Höhepunkt zustrebt, lösen Sie mit einem Finger den kinästhetischen Reiz aus - ankern sie. Drücken sie nur so lange, bis das Gefühl seinen Höhepunkt erreicht hat.
7. Wiederholen
Wiederholen Sie die Punkte 4, 5 und 6 ein paar mal, sodaß sich die Wirkung dieses Ankers verstärkt. Achten Sie darauf, daß sie mit dem Finger immer dieselbe Stelle berühren.
8. Test
Probieren Sie Ihren Anker aus. Drücken Sie auf die geankerte Stelle und nehmen sie wahr, wie dieses Gefühl für sie sofort wieder präsentiert wird.
Sie können diesen Anker auch später noch verstärken. Gehen Sie dazu genauso vor wie jetzt. Sie können sich gleich auch überlegen, bei welcher Gelegenheit sie diesen Anker ausprobieren können.
